Weil jedes leben zählt
Sterilisieren
Vermehrungspyramide
Ablauf einer Sterilisationskampagne
Wir arbeiten nach dem international anerkannten und vom Tierärzteverband empfohlenen Prinzip:
1. Fangen (Catch): Erfahrene Helfer fangen die Straßenhunde im jeweiligen Bezirk behutsam ein.
2. Eingriff (Neuter): Ein lokaler, registrierter Tierarzt führt die Operation unter Vollnarkose und unter strengen hygienischen Bedingungen durch.
3. Erholen & Markieren (Monitor): Die Hunde erholen sich in unserer Obhut, werden geimpft, gegen Parasiten behandelt und erhalten eine Kennzeichnung (z. B. einen Ohren-Clip), damit man sofort sieht: Dieser Hund ist registriert und unfruchtbar.
4. Freilassen (Release): Nach der Genesung bringen wir den Hund genau in sein gewohntes Revier zurück.
Besonders wichtig ist uns zu betonen, dass wir nicht nur Straßenhunde sterilisieren, sondern auch Hunde von Besitzern, die sich eine Sterilisation aus den verschiedensten Gründen nicht leisten können
Weitere Fragen
Einen Hund nach Europa zu vermitteln, rettet ein Leben. Das ist wunderschön, löst aber das Problem auf Mauritius nicht.
Der Platz, den dieser Hund auf der Straße hinterlässt, wird innerhalb kürzester Zeit von neuen Welpen besetzt. Zudem ist der Auslandstransport extrem teuer und stressig für die Tiere. Für das Geld einer einzigen Vermittlung können wir vor Ort bis zu fünfzig Hunde sterilisieren und ihr Leben langfristig sichern.
Die Mathematik des Leids ist einfach: Eine einzige unkastrierte Hündin und ihre Nachkommen können in nur sieben Jahren theoretisch bis zu 67.000 Welpen zeugen.
Sterilisation stoppt diese Lawine sofort. Sie führt dazu, dass die Population der Straßenhunde auf Mauritius ganz natürlich, friedlich und dauerhaft sinkt.
In Deutschland wird umgangssprachlich oft von „Kastration“ gesprochen. Fachlich gibt es aber einen großen Unterschied, der für Straßenhunde entscheidend ist:
• Bei der Kastration werden die Keimdrüsen (Hoden/Eierstöcke) komplett entfernt. Dies greift massiv in den Hormonhaushalt ein.
• Bei der Sterilisation werden lediglich die Samen- bzw. Eileiter durchtrennt oder abgebunden. Der Hund bleibt biologisch vollkommen intakt, produziert weiterhin seine natürlichen Hormone, kann sich aber nicht mehr vermehren.
• Warum das für Straßenhunde wichtig ist: Ein kastrierter Rüde verliert sein Testosteron. Dadurch verliert er seinen Rang im Rudel, wird von intakten Rüden gemobbt, vertrieben und kann sein Revier (und damit seine Futterquellen) nicht mehr verteidigen. Sterilisierte Hunde behalten ihren natürlichen Status, ihren Schutzinstinkt und ihre Position im Rudel – sie setzen nur einfach keine Welpen mehr in die Welt.
